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Nov 26, 2013

#gedankenkarussel | Imitatio

Das Nachahmen liegt scheinbar in der Natur des Menschen—anders kann ich mir die Invasion der “Basics” nicht vorstellen. Am liebsten in der Masse untertauchen ohne es wirlich zu beabsichtigen steht am Plan der Basics, die sich hauptsächlich mit (tatsächlich) langweiligen Teilen schmücken. Trendig, vielleicht—aber seinen eigenen Stil zu demonstrieren sieht anders aus. Schubladendenken ist hier vielleicht von Vorteil, obwohl niemand einen Plan über die korrekte Verschiebung in Schubladen hat. Den Grund zum Post gaben mir die “H&M-Basics” die das gestrige Konzert von “SAY YES DOG” belagerten. Aber sind die mit dem Fame—die “YOLO-Hipster”—nicht im Endeffekt gleich? Sie trauen sich zwar von der Basic-Abteilung in die trendige Abteilung, aber nebeneinandergestellt sehen sie doch alle gleich aus.

Ja, das belastet mich. Und ich möchte, dass es die Modewelt auch belastet! Wo ist der Stil hin? Ist Individualität ein No-Go, bei dem man nur abschätzige Blicke und Augenbrauen-Heben erntet? Ich sitze in meinem Lieblingscafe und sehe eine Frau Ende 40. Fesch und “außergewöhnlich” (Wie unverschämt!) angezogen, und mit bombastische Ausstrahlung nippt sie an ihrem Cappucchino. Eine andere, etwas jüngere kommt bei der Tür herein.kitschick_icons02

Am anderen Ende der Diskussion steht die Ikone, das Vorbild. Coco Chanel zum Beispiel. Oder Twiggy, von mir aus auch Madonna. Wir wollen sein wie sie, wir imitieren entweder alles oder nur Kleinigkeiten. Meine Wochenendlektüre gab mir zu diesen Gedanken den Anstoß: “It” von Alexa Chung.

Sie imitiert Mick Jagger, der die gleiche Haltung auf einigen Fotos zur Schau stellt. Das ist nicht nachmachen, denn Alexa hat ihren Stil, sie braucht keinen zu kopieren. Wo sind die Grenzen zwischen Anekdoten und Mainstream-Kopie? Und warum reizen gewisse Dinge mehr zum Kopieren als andere? Warum habe ich mich für das Nachmachen dieses Fotos entschieden??

kitschick_iconsEines steht fest: Zu imitieren macht Spaß. Es hilft dabei, seinen eigenen Stil zu finden. Aber die Masse zu kopieren ist einfach langweilig. Lasst das. Moralpredigt Ende.

kitschick_icons04

People like to imitate. I don’t see any other reasons why the “basics” are invading the planet. Not do they only have a lack in taste, they don’t even mind their looking-a-like! What the hell! But I don’t only refer to the Basic-H&M-Girls, I don’t see a difference to all those famous Hipsters. Seriously, they keep copying each other too, more stylish maybe, but this is just another wave. I love looking at people in my favourite coffee. An middle-aged women with glamorous charisma, dressed with taste and in her own personal style. Is she imitating, too? Well, it might be Coco Chanel or Twiggy, but the huge difference is, if you make a quotation or if you are a copy. I’ve read “It” from Alexa Chung, where she said she loves to imitate the pose of Mick Jagger grasping at his hood. It infected her in such an emotional way that she wants it to be a piece of her, too. As I was reading through that passage I’ve seen myself imitating that pose, just because the picture is telling a story.

Graphics taken from
http://www.monki.com/Shop/Day_and_night?icn=start_w47_aw13&ici=party#dialog-1</ — http://chung-alexa.tumblr.com/ — http://www.hm.com/at/product/16836?article=16836-A — http://2011.scotiabankcontactphoto.com/Films/482 — “It”, Alexa Chung

Comments (5)

  • nms
    Nov 26, 2013

    Ich glaube, das jeder dem anderen gleicht, liegt dem zugrunde, dass es sich die meisten leisten können – im finanziellen Sinne.
    Andere hingegen, denen die Mittel fehlen oder die den Mut besitzen, versuchen durch Umwege wie einen ähnlichen Kaufen oder durch selbstgebasteltest zum visuellen Ziel der Ikone so Nahe wie möglich zu kommen. Es ist keine Kopie, wie der Nach-Kauf. Vor allem das selbstgenähte trägt eine eigene Handschrift. Das hebt das Individuum ein Stück von der Masse.
    Vorallem aber, stechen die Personen heraus, die nicht dem Trend nachgehen. Sei es durch starker,eiserner Überzeugung – die manchmal übertrieben und gar höhnisch wirken – oder auch, wie schon genannt, aufgrund fehlender Mittel sich auf Kleidungsstücke beschränken, die sie bereits haben, billig ergattert, gefunden oder geschenkt bekommen haben. Sprich, sich mit dem zu begnüngen, was ihnen zu Verfügung steht. Damit prahlen sie nicht – dazu gibt es schließlich keinen Grund.
    Gerade bei solchen Personen wirkt es so, dass sie sich nicht kleiden nach Vorbild, Bildern aus den Medien, sondern so, dass ihre Körperliche Statur (nicht jeder hat den selben Körper) in einer ästhetischen weise unterstreicht. Für mich sich sind genau diese Personen “schön” anzusehen.

    Kopieren ist gut! Durch kopieren kann man ausprobieren. Vielleicht steht einem der Schnitt, den es gerade überall zu kaufen ist? Das habe ich noch nie gesehen! – steht mir das auch?
    Hierbei möchte ich wieder sagen, beim Kopieren sollte wieder die Frage “steht mir das? Betont es meinen Körper,Charakter,Stil in einer attraktiven Weise?” beantwortet werden. Nur weil es gerade “In” ist, oder mein Idol darin super aussieht, brauche ich es nicht unbedingt meinem Körper anzutuen.

    Dieses Thema hat viel potential zu einem schönem Diskurs bzw einer Diskussion (: Danke für die Einleitung!

    xox
    deine nora m s

    Antworten
    • Jasmin von KITSCHICK
      Nov 27, 2013

      Liebe Nora,

      Danke für deine Meinung! Ich stimme dir bei der Hinsicht des finanziellen natürlich vollkommen zu, aber genau wie du selbst sagst gibt es auch hier den Mainstream-Look und die individuellere Seite. Mein Post soll jetzt auch gar nichts festnageln, es sind viel mehr Gedanken, die mir wieder einmal nicht aus dem Kopf gegangen sind :)

      Und ich schätze Leute sehr, die auch mit wenigen Mittel von der Masse herausstechen. Dazu gehört nicht nur Kleidung sondern auch Frisur, Ausstrahlung und Manieren :)

      Zum “Leisten-Können” der Masse muss ich noch sagen, dass es bei H&M sehr wohl auch Leistbares gibt (im Sale sowieso), das ich so gut wie nie auf der Straße sehe. Warum ist das so? Ist es die Angst, blöd angeschaut zu werden? Das Thema wird mich für die nächste Zeit wieder mal sehr beschäftigen :)

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      • nms
        Nov 28, 2013

        Mit diesen Gedanken bist du absolut nicht alleine … (:
        Oh das stimmt, exquisite Mode im sale zu ergattern erleichtert das Gedlbörserl. Ich denke es ist wirklich die Anst blöd angeschaut zu werden. Diese Angst kenne ich gut. Es ist einfacher mit angepassender Kleidung reibungslos durch die Gesellschaft zu gehen. Vielleicht will man gar nicht auffallen. Ach, die Gedanken können ewig weitergesponnen werden (:

        Antworten
  • anneliean
    Nov 26, 2013

    Sehr interessanter Beitrag und immer wieder schön zu lesen, dass es noch mehr Menschen gibt, die sich darüber Gedanken machen.
    Mir stellt sich jetzt zum wiederholten Male die Frage, ob es überhaupt noch möglich ist, sich von der Masse abzuheben. So richtig. Und immer.
    Ich wage jetzt einfach mal von mir zu behaupten, dass ich einen nicht alltäglichen Kleidungsstil habe – und wenn ich dann unterwegs bin, begegne ich doch trotzdem Menschen, neben denen ich klein und langweilig wirke. Mal abgesehen davon, dass viele Leute diejenigen, die ungewöhnlich aussehen auch gerne mit dem hübschen Wort “Hipster” betiteln und man dann auch wieder in einer Schublade steckt.
    Außerdem stelle ich oft fest, dass Außergewöhnlichkeit bei älteren Frauen um einiges besser wirkt als bei jungen Menschen. Vielleicht, weil sie ihre Kleidung mit mehr Würde tragen, vielleicht auch, weil viele Menschen sich mit dem Alter noch weniger trauen und bunte Hunde dann mehr auffallen. Ich hoffe man versteht was ich meine.

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